Panikattacke am Arbeitsplatz: Zeichen erkennen und 3 Schritte die helfen können

Ein junger Mann mit Panikattacke sitzt im Büro, hält sich Brust und Schläfe, während eine besorgte Chefin ihm beruhigend zuspricht.

Wenn die Angst plötzlich im Büro zuschnürt 

„Alles in Ordnung mit Ihnen?“ – Die Stimme der Chefin klingt fürsorglich, doch dem 35-jährigen Mitarbeiter fällt es schwer, klar zu antworten. Eben noch mitten in der Präsentation, spürt er plötzlich, wie sein Herz rast, die Hände zittern und sein Atem schneller wird. Der Raum scheint sich zu drehen. Gedanken schießen durch den Kopf: „Bekomme ich einen Herzinfarkt? Ich kann gleich nicht mehr stehen!“ 

Was hier passiert, ist kein körperlicher Zusammenbruch, sondern eine Panikattacke – eine Erfahrung, die viele Menschen im (Berufs-) Leben einmal machen. Sie kommt oft scheinbar „aus dem Nichts“ und kann Betroffene zutiefst verunsichern. 

Damit Sie solche Situationen besser verstehen, schauen wir uns drei typische Zeichen einer Panikattacke an – und welche Methoden helfen können, in akuten Momenten wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. 

 

Drei zentrale Zeichen einer Panikattacke: 

Körperliche Alarmreaktion

Das Herz schlägt schneller, der Atem wird flach, Schwindel oder Engegefühle in der Brust treten auf. Diese Symptome entstehen, weil der Körper in den „Notfallmodus“ schaltet – obwohl keine äußere Gefahr besteht. 

Katastrophisierende Gedanken

„Ich sterbe gleich“, „Ich verliere die Kontrolle“ – solche Gedanken verstärken die körperlichen Symptome. Ein Teufelskreis entsteht, in dem Angst die Panik noch größer werden lässt. 

Angst vor dem Kontrollverlust

„Ich werde die Kontrolle verlieren“! „Andere werden bemerken, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist“. Viele Betroffene berichten, dass sie Angst vor einem Kontrollverlust haben. Dieses Erleben kann die Unsicherheit und den Fluchtimpuls verstärken – am liebsten sofort aus der Situation zu fluchen. 

Wichtig: Diese Symptome sind sehr belastend, aber nicht lebensgefährlich. Dennoch gilt: Bei neu auftretenden Brustschmerzen oder plötzlichen körperlichen Beschwerden sollte auch ärztlich abgeklärt werden, ob eine medizinische Ursache vorliegt. 

Drei konkrete Methoden, die helfen können 

Den Atem lenken – 4–6 Atmung

Atmen Sie bewusst ein (zählen bis 4), und langsam aus (zählen bis 6). Das verlängerte Ausatmen signalisiert dem Nervensystem: „Gefahr vorüber.“ Schon wenige Atemzüge können den Körper beruhigen. 

Erdung durch Sinne – die 5–4–3–2–1-Übung

Schauen Sie sich um und benennen Sie: 

  • 5 Dinge, die Sie sehen, 
  • 4 Dinge, die Sie spüren, 
  • 3 Dinge, die Sie hören, 
  • 2 Dinge, die Sie riechen, 
  • 1 Sache, die Sie schmecken. 

Diese Methode holt Sie ins Hier und Jetzt zurück. 

Gedanken einordnen – innere Stimme nutzen

Sagen Sie sich innerlich: „Ich erlebe gerade Angst, aber sie geht vorbei. Mein Körper ist nicht in Gefahr.“ Dieser kleine Perspektivwechsel kann den Teufelskreis der Katastrophengedanken unterbrechen. 

 

Was Führungskräfte/Kollegen tun können? 

  • Ruhe bewahren: Signalisieren Sie, dass die Situation ernst genommen wird, aber nicht bedrohlich wirkt. 
  • Kurze Pause ermöglichen: Bieten Sie einen ruhigen Raum an, in dem sich der oder die Mitarbeitende sammeln kann. 
  • Kein Druck: Vermeiden Sie Sätze wie „Reißen Sie sich zusammen.“ Hilfreicher ist: „Atmen Sie erst einmal durch, ich bleibe in der Nähe.“ 
  • Unterstützung anbieten: Ermutigen Sie, bei wiederkehrenden Attacken professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

So tragen Führungskräfte/Kollegen dazu bei, dass Betroffene nicht zusätzlich beschämt werden – sondern Sicherheit und Verständnis erfahren. 

 

Panikattacken: Ein Signal, nicht das Ende 

Panikattacken sind zwar beängstigend, aber sie sind gut behandelbar. Viele Menschen berichten, dass allein das Wissen um die typischen Zeichen und erste Strategien den Druck mindert.

Wichtig ist auch zu verstehen: Panikattacken treten oft im Rahmen von Angststörungen auf. Neben der Panikstörung gibt es weitere Formen wie Agoraphobie, soziale Phobie, generalisierte Angststörung oder spezifische Phobien. Einen Überblick über die unterschiedlichen Angststörungen finden Sie auf der offiziellen Gesundheitsplattform gesundheit.gv.at.

Wenn Panikattacken häufiger auftreten oder den Alltag stark beeinträchtigen, lohnt sich eine psychotherapeutische Unterstützung. Dort können die Ursachen verstanden und langfristige Strategien entwickelt werden.

Ihr Weg zu mehr Sicherheit 

Wenn Sie selbst Panikattacken erleben oder jemanden kennen, der betroffen ist: Sie sind nicht allein! Zögern sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

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